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Der Beschluss zum Aufbau des autarken Europäischen Satellitennavigationssystems Galileo geht auf den Beschluss des Rates der Europäischen Union aus dem Dezember 1994 zur Validierung eines autonomen Satellitennavigationssystems zurück. Aufbauend auf der Validierung folgte im März 2002 der Beschluss der der Verkehrsmi-nister der Europäischen Union zum Aufbau des Satellitennavigationssystems und im Mai 2003 die Gründung des Unternehmens Galileo Joint Undertaking (GJU) (gemein-sam durch die EU und die esa). |
Die Aufgabe des Unternehmens war vornehmlich die Auswahl des Konzessionärs für die Aufbau- und Betriebsphase von Galileo für die Dauer von 20 Jahren.
Zwei Konsortien (Eurely [Alcatel, Finmeccanica, Hispasat, …] und iNavSat [EADS, Thales, Immarsat, …]) konnten sich im Ausschreibungsverfahren durchsetzen und entwickelten einen gemeinsamen Vorschlag für den Aufbau und den Betrieb des Systems. Die für beide Seiten schwierigen Verhandlungen scheiterten im Mai 2007 endgültig. Eine andere Finanzierung als die zunächst angestrebte Finanzierung über eine Public-Private-Partnership (PPP) musste gefunden werden.
Von Deutschland wurde zunächst eine Finanzierung des Europäischen Satellitennavi-gationssystems Galileo über die esa angestrebt. Hiervon versprach man sich (als maß-geblicher Finanzier) erheblich höhere Mittelrückflüsse aus den mit dem Aufbau des Systems verbundenen Aufträgen. Die Vorstellungen Deutschlands konnten sich im Ministerrat der Europäischen Union nicht durchsetzen: Die Finanzierung des Aufbaus des Systems aus dem EU-Haushalt wurde am 25. November 2007 beschlossen. Am 30. November 2007 wurden die Modalitäten für die Finanzierung des Aufbaus von den Verkehrsministern der EU gegen die Stimme Spaniens beschlossen.
Die Gesamtkosten werden derzeit auf 3,4 Mrd. Euro geschätzt. Das System soll ab 2013 einsatzbereit sein – 30 Satelliten werden hierzu benötigt.
Von Seiten der deutschen Wirtschaft werden die Ergebnisse hinsichtlich des Beschlusses vom 30. November gelobt. Es werden erhebliche Rückflüsse nach Deutschland erwartet.
Mögliche Anwendungsbereiche von Galileo (Satellitennavigation)
Technologisch unterscheidet sich das europäische System gegenüber dem US-amerikanischen GPS durch eine höhere Genauigkeit in der Zeit- und Ortsbestimmung, einer Verbesserung der Empfangsqualität sowie durch die garantierte Verfügbarkeit und teilweise mögliche Rückkanalfähigkeit des Signals (wichtig für Such- und Rettungsdienste). Das Europäische Satellitennavigationssystem Galileo wird kein militärisch motiviertes System, wie GPS [USA] oder GLONASS [Russland], sein. Die militärische Nutzung des Systems ist zwar nicht ausgeschlossen, jedoch wird das Militär lediglich ein potentieller Kunde des Europäischen Satellitennavigationssystems Galileo sein.
Hieraus erschließen sich weitere Anwendungsfelder, als mit den bisherig im Einsatz befindlichen Systemen möglich sind. Potentielle Anwendungsbereiche finden sich bei-spielsweise in folgenden Bereichen:
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Energieversorgung |
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Geodäsie |
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Gesundheit |
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Logistik |
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Öffentliche und Private Sicherheit |
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Personenverkehr |
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Produktionstechnik |
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Rettungswesen |
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Schienenverkehr |
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Touristik |
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Umweltschutz |
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Verkehr |
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Versicherungswirtschaft |
Aktivitäten des Landes Baden-Württemberg Im Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg wurde im Herbst 2006 das Galileo-Forum/„Runder Tisch“ eingerichtet (Mitglieder siehe Mitgliederliste).
Zu den Aufgaben des „Galileo-Forums“ zählen unter anderem:
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die Intensivierung des Kontaktes zwischen den Akteuren des Landes |
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die Anbahnung von Kooperationen |
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die Abstimmung von Einzelmaßnahmen und Projekten |
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die Beratung der politischen Ebene |
Auf Anregungen des Forums geht beispielsweise die Satellitennavigations-Initiative des Landes Baden-Württemberg (vertreten durch das Wirtschaftsministerium) zurück.
Mit der Satellitennavigations-Initiative des Landes Baden-Württemberg werden unter anderem folgende Ziele verfolgt:
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Aufbau einer Clusterorganisation und eines wissenschaftlich/technologischen Brennpunktes als Anlaufstelle der Wirtschaft (Unterstützung bei der Forschung und Validierung von Produkten und Dienstleistungen) |
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Bündelung und Vernetzung von Akteuren (diese sollen in die Lage versetzt werden, die technischen Möglichkeiten der modernen Satellitennavigation aufzugreifen und entsprechend den anwenderseitigen Anforderungen in Produkte und Dienstleistungen umsetzen zu können) |
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Abbau von Eintrittsbarrieren (vor allem für KMU) |
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Initiierung von Kooperationen (Bündelung der wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Kompetenz zur Dynamisierung der Produktentwicklung und Beschleunigung der Markterreichung) |
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Best Practices über erfolgreichen Technologietransfer |
Bislang durchgeführte Maßnahmen/Projekte in Baden Württemberg
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Einrichtung eines Labors für „mobile IT“ im Forschungszentrum für Informatik an der Universität Karlsruhe (FZI) aus Mitteln der Zukunftsoffensive III |
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Konsequenter Erweiterung des „Galileo-Forums“ im Wirtschaftsministerium |
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Impulsveranstaltung (23. April 2007) zur Stimulierung der baden-württembergischen Wirtschaft für die Beteiligung am 7. Forschungsrahmenprogramm der EU |
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Erstmalige Beteiligung (2007) des Landes am internationalen Ideenwett-bewerb „The European Satellite Navigation Competition - Galileo Masters“ (Zusammenarbeit zwischen dem Wirtschaftsministerium, dem Galileo-Forum / organisatorische Begleitung durch die IHK) |
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Mitgliedschaft im Bundesforum für Satellitennavigation |
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